Arbeitszeiten müssen künftig protokolliert werden

Mit Arbeitszeiterfassung auf der sicheren Seite

Der europäische Gerichtshof hat bereits 2019 entschieden, dass Arbeitgeber künftig die täglichen Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter dokumentieren müssen. Allerdings sind die von Experten erwarteten konkreten Regelungen durch die EU-Mitgliedsstaaten bislang noch nicht in Sicht. Wir informieren Sie über die aktuelle Lage.

Fotolia_272632706_Arbeitszeit

Mit seinem Urteil vom Mai 2019 wollte der EuGH erreichen, dass zeitliche Obergrenzen und Mindestruhezeiten wirksam kontrolliert und damit der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer sichergestellt werden. Der EuGH argumentierte in der Urteilsbegründung, dass nur mit genauen Arbeitszeiterfassungssystemen objektiv ermittelt werden könne, ob die maximal zulässigen wöchentlichen Arbeitszeiten bzw. Mindestruhezeiten auch wirklich eingehalten werden. Ohne genaue Erfassung könnten Arbeitnehmer daher kaum ihre Rechte durchsetzen, da sie eventuelle Verstöße nicht belegen könnten. Daher sei der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer nicht gewährleistet.

Allerdings gab das Urteil keine konkreten Handlungsanweisungen dazu, wie und wann genau die Arbeitszeit künftig erfasst werden soll. Die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten überließ der EuGH den einzelnen EU-Staaten, damit sie die Besonderheiten einzelner Tätigkeitsbereiche und z. B. die Unternehmensgröße berücksichtigen können.

Das Urteil ließ den nationalen Gesetzgebern zudem einen Entscheidungsspielraum, ob die Arbeitszeiten künftig per App oder Webterminal, auf Papier oder per Stechuhr erfasst werden können. Das System soll lediglich "objektiv, verlässlich und zugänglich" sein.

Wie ist der Stand heute?

Momentan ist noch immer unklar, wie eine konkretes Zeiterfassungsgesetz aussehen wird, denn eine konkrete Gesetzgebung ist in Deutschland noch immer nicht in Sicht. Auch der verpflichtende Zeitpunkt zur Einführung einer Arbeitszeiterfassung ist noch unklar.

Allerdings gibt es schon erste erstinstanzliche Urteile, die schon jetzt (vor einer gesetzgeberischen Regelung) eine korrekte Arbeitszeiterfassung einfordern. Experten erwarten, dass sich weitere Gerichte diesen Entscheidungen anschließen. Arbeitgeber sind daher gut beraten, wenn sie bereits jetzt eine genaue Arbeitszeiterfassung einführen. Damit sind sie im Streitfall um die Bezahlung von Mehrarbeit und Überstunden auf der sicheren Seite und kommen bei teuren Vergütungsprozessen nicht unnötig in Beweisnot.

Handlungsbedarf für Arbeitgeber

Bisher mussten Arbeitgeber lediglich Überstunden, Mehrarbeit und Sonn- und Feiertagsarbeit ihrer Mitarbeiter dokumentieren, d. h. die Stunden, die nach der regulären Arbeitszeit anfielen. Das Urteil des europäischen Gerichtshofs verlangt aber, dass die EU-Staaten die Arbeitgeber dazu verpflichten müssen, mit Zeiterfassungssystemen die täglichen Arbeitszeiten aller Mitarbeiter genau zu dokumentieren, um ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen.

Hier geht's zum Erklärvideo: Zeiterfassung

Welche Vorteile bringt die Zeiterfassung für Unternehmen?

Für viele Unternehmen birgt das Urteil die Chance, sich einen notwendigen Schritt in Richtung Digitalisierung und Professionalisierung zu bewegen. Daher sollten die Unternehmen jetzt aktiv werden und moderne Systeme zur Arbeitszeiterfassung etablieren, die die geforderten Regelungen enthalten.

Jeder Arbeitgeber hat eine Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Denn wenn Arbeitgeber von ihren Beschäftigten regelmäßig Mehrarbeit erwarten, sie permanent erreichbar sein müssen und unter Druck stehen, wirkt sich das auf ihre Gesundheit aus. Da auch die Lebensarbeitszeit gestiegen ist, müssen Arbeitgeber darauf achten, ihre Beschäftigten nicht dauerhaft zu überfordern. Daher ist es auch im Interesse der Unternehmen, die gesetzlich vorgeschriebene tägliche Arbeitszeit von maximal zehn Stunden einzuhalten.

Wer möglichst rasch auf genaue Zeiterfassungssysteme umsteigt, vermeidet damit kostspielige Gerichtsverfahren rund um den Arbeitsschutz und die Vergütung von Mehrarbeit und Überstunden.

Weiterhin bringt das Urteil Vorteile in den Bereichen Transparenz und Fairness im Wettbewerb. Wenn Arbeitszeiten genau dokumentiert und Mehrarbeitsstunden dem Arbeitnehmer vergütet werden müssen, verlieren Unternehmen, die bisher unbezahlte Mehrarbeit von ihren Arbeitnehmern verlangt haben, ihre Vorteile am Markt.

 

Praxis-Tipp:

Mit der Software SP_Data Zeitwirtschaft werden Arbeitszeiten einfach und schnell dokumentiert. Die Software kann in eine vorhandene IT-Struktur integriert werden.

Mit ihr kombinieren Sie Zeitwirtschaft, Zutritt, Sicherheit und Projektdaten in einer ganzheitlichen Lösung. Mithilfe der Bildschirmbuchung können die Mitarbeiter ihre Arbeits- und Projektzeiten am Büroarbeitsplatz, im Homeoffice oder an einem PC-Terminal realisieren. Dies ist eine Alternative zu kostenintensiven Terminals vor Ort und gerade für Mitarbeiter im Außendienst, im Homeoffice und auf der Baustelle interessant.

Sie haben Fragen oder möchten die Personalzeitwirtschaft in Aktion sehen?  Jetzt kostenlosen Beratungstermin vereinbaren     

Neueste Beiträge

19.06.2019

Das gilt 2021 für Saisonarbeiter

Was Sie über Einreisebestimmungen...

lesen
19.06.2019

HR-Software für Unternehmen

Was Sie bei der Anschaffung einer...

lesen
19.06.2019

Förderung von Ausbildungsbetrieben wird ausgebaut

Ausbildungs- und Übernahmeprämien...

lesen
19.06.2019

HR-Kennzahlen decken Schwächen auf

Personalbeschaffung mittels...

lesen

REFERENZEN UND ANWENDERBERICHTE

  • MarcCain Referenz
  • Lohnsteuerhilfe Bayern Referenz
  • Lindner Referenz
  • Borbet Referenz
  • 1.FC Köln Referenz
  • DRK Referenz
SP_Data GmbH & Co. KG
Engerstraße 147
Herford
Nordrhein-Westfalen
Telefon: 05221 9140 0

Amtsgericht Bad Oeynhausen HRA 3714, persönlich haftende Gesellschafterin:

SP_Data Verwaltungs GmbH, Amtsgericht Bad Oeynhausen, HRB 5300.

Geschäftsführer: Diplom-Wirtschaftsingenieur Stefan Post.

Impressum