06.01.2022

Das ändert sich 2022

Diese gesetzlichen Änderungen zum Jahreswechsel sollten Sie kennen

Das zweite Coronajahr 2021 ist zu Ende gegangen und auch diesmal bringt der Jahreswechsel wieder einige gesetzliche Änderungen mit sich. In unserem Überblick stellen wir Ihnen die wichtigsten Änderungen für 2022 vor.

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Höhere Freibeträge 2022 und längere Geltung

Der lohnsteuerfreie Grundfreibetrag steigt 2022 nochmal auf 9.984 EUR (2021: 9.744 EUR). Mit dieser 2. Anhebung im Jahr 2022 um weitere 240 EUR soll die steuerliche Freistellung des Existenzminimums der Steuerpflichtigen sichergestellt werden.

Der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wurde dauerhaft auf 4.008 EUR (bisher 1.908 EUR) angehoben. Dies berücksichtigt das Finanzamt über die Steuerklasse II automatisch. Das Jahressteuergesetz 2020 hat somit den für 2020 und 2021 eingeführten Steuerfreibetrag in Höhe von 2.100 Euro durch eine beitragsmäßig identische Aufstockung des Steuerentlastungsbetrags für Alleinerziehende ausgeglichen.

Die steuerfreien Corona-Sonderzahlungen in Höhe von 1.500 Euro, die Arbeitgeber:innen an ihre Mitarbeiter:innen wegen besonderer Arbeitsbelastungen zahlen können, wurden nun bis Ende März 2022 verlängert. Darunter fallen z. B. Bonuszahlungen für Pflegekräfte.

Auch die Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld wurden ebenso wie die zeitweise Erhöhung vorerst bis zum 31.03.2022 verlängert. Allerdings gilt dies nicht für die Steuerbefreiung für ergänzende Arbeitgeberzuschüsse zur Aufstockung des Kurzarbeitergelds.

Betriebliche Altersvorsorge

Ab 2022 müssen Arbeitgeber:innen auch für Entgeltumwandlungsvereinbarungen, die vor dem 1.1.2019 geschlossen wurden, einen Pflichtzuschuss von 15 % des umgewandelten Arbeitsentgelts bei einer Entgeltumwandlung über Pensionsfonds, Pensionskasse oder Direktversicherung erbringen, wenn dies zur Einsparung von SV-Beiträgen führt. Bislang galt dies nur für Verträge, die nach dem Stichtag 1.1.2019 abgeschlossen wurden.

Mindestlohn

Der Mindestlohn stieg bereits zum 01.01.2022 auf 9,82 EUR und wird nochmals zum 01.07.2022 auf 10,45 EUR angehoben. Zudem hat das Bundeskabinett im Februar den Gesetzentwurf für eine weitere Mindestlohnerhöhung ab Oktober beschlossen. Dieser Gesetzentwurf sieht vor, dass der Mindestlohn zum 1. Oktober dieses Jahres auf 12 Euro angehoben wird.

Das gilt bei der Sozialversicherung

Die Sozialversicherungswerte orientieren sich an der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland und werden daher meist jährlich angepasst. Beachten Sie dabei mögliche versicherungsrechtliche Änderungen durch die gestiegenen oder gesunkenen Grenzwerte:

  • Monatliche Beitragsbemessungsgrenzen 2022:
    • Allgemeine Renten- und Arbeitslosenversicherung: 7.050 EUR/West (- 50 EUR) bzw. 6.750 EUR/Ost (+ 50 EUR).
    • Kranken- und Pflegeversicherung: Bleibt unverändert im Vergleich zum Vorjahr bei 4.837,50 EUR.
  • Allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 2022: Bleibt unverändert im Vergleich zum Vorjahr bei 64.350 EUR. Es gilt auch weiterhin die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze von 58.050 Euro.

Hinweis: Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen sind als Versicherungspflichtgrenzen wichtig, um festzustellen, ob Arbeitnehmer:innen bei einer gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sein müssen. Nur wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, tritt mit Ablauf des Kalenderjahres Krankenversicherungsfreiheit ein. Wird im Gegenzug die regelmäßige Jahresarbeitsentgeltgrenze unterschritten, tritt für diese Arbeitnehmer:innen zum 1. Januar 2022 die Krankenversicherungspflicht ein.

Wichtig: Ab Januar 2022 sind Steuerdaten für 450 Euro-Minijobs zu melden. Dies gilt nicht für kurzfristige Minijobs. Bei Beschäftigungsverhältnissen, die über den 31. Dezember 2021 andauern, sind die Steuerdaten bereits in der Jahresmeldung für das Kalenderjahr 2021 zu übermitteln.

Arbeitslosenversicherung: Der Arbeitgeberanteil kehrt zurück

Der Arbeitgeberanteil, der trotz Versicherungsfreiheit für Arbeitnehmende, die das Lebensalter für den Anspruch auf eine Regelaltersrente erfüllt haben, zu zahlen ist und für 5 Jahre ausgesetzt war, kehrt zurück ab dem 1. Januar 2022.

Hinweis: Die Änderung hat Auswirkungen auf den Beitragsgruppenschlüssel. Dies wiederum stellt einen meldepflichtigen Tatbestand dar. Alle laufend beschäftigten Personen, die von dieser Änderung betroffen sind, sind zum 1. Januar 2022 mit einer Änderungsmeldung umzumelden.

Insolvenzgeldumlage sinkt

Die Insolvenzgeldumlage (U3) sinkt ab 2022 auf 0,09 % (2021 war diese gestiegen auf 0,12 %). Diese Umlage wird alleine von den Arbeitgebenden gezahlt und muss an die Einzugsstellen abgeführt werden. Sie berechnet sich aus dem Arbeitsentgelt der Beschäftigten.

Umlage U1: Erstattungssatz bis Januar wählen

Bis zum 27. Januar 2022 ist eine Wahl des Erstattungssatzes möglich. Durch das Umlageverfahren U1 werden gerade kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 30 Arbeitnehmer:innen bei Entgeltfortzahlungspflicht im Rahmen von Arbeitsunfähigkeit finanziell entlastet.

Homeoffice-Pauschale verlängert

Die Homeoffice-Pauschale der Jahre 2020 und 2021 wird ebenfalls bis Ende 2022 verlängert. Danach können Arbeitnehmer:innen nach aktuellen Beschlüssen bis zu fünf Euro pro Arbeitstag von der Steuer absetzen, um höhere Kosten zuhause auszugleichen. Maximal soll dies für 120 Tage gelten, insgesamt also bis zu 600 Euro pro Jahr. Diese Homeoffice-Pauschale zählt allerdings zu den Werbungskosten, für die alle Arbeitnehmer pauschal 1.000 Euro ansetzen können. Daher werden nur diejenigen Arbeitnehmer:innen von der Maßnahme profitieren, deren Kosten die Pauschale überschreiten. Unklar ist noch, ob Arbeitgeber:innen die Homeoffice-Zeiten bestätigen müssen.

 

Weitere wichtige Änderungen:

 

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