17.09.2017

Wie erreichbar müssen Arbeitnehmer im Urlaub sein?

Erreichbarkeit muss geregelt werden

Gerade in den Ferien sollten Arbeitnehmer auch wirklich abschalten können. Ständige Erreichbarkeit verursacht Stress und Unsicherheit und verhindert meist die so wichtige Erholung. Doch auf Arbeitgeberseite sind mit dem Urlaub der Mitarbeiter einige organisatorische Aufwände verbunden. Deshalb raten Experten zu klaren Absprachen.

Dürfen Mitarbeiter das Firmenhandy im Urlaub zuhause lassen? Gemäß Arbeitsrecht müssen Mitarbeiter in ihrem Urlaub nicht für den Chef oder Kollegen erreichbar sein. Ist der Jahresurlaub vom Vorgesetzten genehmigt, dürfen Mitarbeiter ihr Telefon im Urlaub ausschalten und „abtauchen“. Auch bei plötzlich geänderter Auftragslage darf der Chef die freien Tage des Mitarbeiters nicht verschieben, wenn er den Urlaub vorher schon verbindlich festgelegt und einen Urlaubsantrag genehmigt hat. Änderungen sind dann nur mit dem Einverständnis des Mitarbeiters möglich. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, die Arbeitnehmer vor Urlaubsantritt prüfen sollten.

Erreichbarkeit im Urlaub: Arbeitsvertrag prüfen

Gibt es im Arbeitsvertrag eine Klausel, dass der Arbeitnehmer im Urlaub erreichbar sein muss, ist diese Klausel während der gesetzlichen Mindesturlaubdauer von vier Wochen unzulässig. Diese Zeit muss in jedem Fall arbeitsfrei bleiben. Denn per Gesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Mitarbeiter für mindestens 20 Tage von der Arbeit freizustellen, damit er sich erholen kann.

Anderweitige vertragliche Vereinbarungen wären somit unwirksam und auch E-Mails oder sonstige Nachrichten können unbeantwortet bleiben. Nur wenn Mitarbeiter mehr Urlaubstage als das gesetzliche Minimum von vier Wochen zur Verfügung haben, können Sonderregeln an den zusätzlichen Urlaubstagen gelten. An diesen Tagen darf der Chef dann die Erreichbarkeit verlangen.

Auch für Führungskräfte gelten dieselben Regeln. Doch einige Führungskräfte halten sich freiwillig für Notfälle erreichbar, wenn sie selbst ein größeres Interesse daran haben, dass die Geschäfte während ihrer Abwesenheit weiterlaufen.

Klare Absprachen vermeiden Unsicherheiten

Doch trotz der gesetzlichen Regelungen zeigen Umfragen, dass rund zwei Drittel der Mitarbeiter während ihres Urlaubs für die Firma erreichbar sind – meist aus Unsicherheit und Angst vor negativen Konsequenzen. Da die ständige Erreichbarkeit aber zu erheblichem Stress führt und die notwendige Erholung verhindert, sollten Mitarbeiter mit ihren Vorgesetzten klare Absprachen treffen und Unsicherheiten ansprechen:

  • Erwartet der Vorgesetzte, dass sein Mitarbeiter im Urlaub oder am Wochenende erreichbar ist? Dann muss über diese Erwartungshaltung gesprochen werden – nur in der direkten Kommunikation lassen sich einvernehmlich Lösungen finden (unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regularien).
  • Der Mitarbeiter sollte sich bei der Urlaubsplanung mit Kollegen und Vorgesetzten absprechen, um z.B.  seine Vertretung zu organisieren. Dies erleichtert die Prozesse im Büro während seiner Abwesenheit und ermöglicht ihm selbst, im Urlaub besser abzuschalten.
  • Eine Jahresurlaubsplanung hilft dabei, den Überblick über die Abwesenheiten zu behalten und zu verhindern, dass alle Kollegen gleichzeitig Urlaub nehmen.

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