16.01.2018

Welche Gestaltungsmöglichkeiten der Betriebsrente gibt es jetzt?

Betriebsrentenstärkungsgesetzt in Kraft getreten

Am 01.01.2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten. Es soll die Betriebsrente attraktiver machen. Das Ziel war unter anderem, kleineren Betrieben zu erleichtern, eine Betriebsrente anzubieten. Zudem soll sie auch Geringverdienern neue Möglichkeiten zur Altersvorsorge eröffnen. Was genau das Betriebsrentenstärkungsgesetz beinhaltet, haben wir für Sie zusammengefasst.

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Sozialpartnermodell: Tarifvereinbarungen ohne Garantien

Das Modell der neuen Betriebsrente ist so aufgebaut, dass die Arbeitgeber mit Sozialpartnern oder Tarifpartnern kooperieren. Den Sozialpartnern obliegt es, gemeinsam mit den Versorgungseinrichtungen die Konditionen festzulegen, einzuführen und zu steuern.

Der Arbeitgeber entrichtet gemäß Tarifvertrag den entsprechenden Beitrag an die Versorgungseinrichtung und muss dann keine weitere Haftung übernehmen – gemäß dem Motto: „pay and forget“. Der Arbeitnehmer erhält somit keine Garantien, sondern muss sich mit einer reinen Beitragszusage begnügen (also mit der reinen Entrichtung der Beträge).

Unter anderem für kleinere Unternehmen könnte interessant sein, dass auch Betriebe, die nicht tarifgebunden sind, in einen bestehenden Tarif mit einer Versorgungseinrichtung der Branche einsteigen können. Unternehmen sind jedoch nicht verpflichtet, eine Betriebsrente anzubieten.

Entgeltumwandlung: Anhebung des steuerfreien Betrags und Arbeitgeberzuschuss

Möchte ein Arbeitnehmer einen Teil seines Gehalts freiwillig in die bAV einzahlen, bleibt der Betrag bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei. Diese Grenze der steuerfreien Entgeltumwandlung wurde mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz angehoben. Bisher blieben Zahlungen von bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei (ggf. plus 1.800 €). Ab jetzt geht der Rahmen bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze: Im Jahr 2018 ergibt das einen Betrag von 6.240 € im Jahr.

Außerdem ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, einen Zuschuss zur Entgeltumwandlung zu zahlen, wenn er Sozialversicherungsbeiträge einspart. Den Zuschuss in Höhe von 15 % des umgewandelten Entgelts muss der Arbeitgeber an die Versorgungseinrichtung übermitteln. Für Entgeltumwandlungsvereinbarungen, die ab 2019 laufen, ist der Zuschuss sofort zu entrichten. Für laufende Verträge erst ab 2022.

Anreize für Geringverdiener

Bei Geringverdienern (maximal 26.400 € im Jahr verdienen) wird ein zusätzlicher Arbeitgeberbeitrag staatlich gefördert: mit 30 % des Arbeitgeberbeitrags. Allerdings muss der Arbeitgeberbeitrag bei mindestens 240 € im Jahr liegen. Und die Förderung geht bis zu einem maximalen Beitrag von 480 €. Damit liegt die staatliche Förderung (von 30 %) zwischen 72 € und 144 €. Diesen Betrag kann der Arbeitgeber mit der Lohnsteuer verrechnen.

Gleichzeitige Anhebung der Riester-Beträge

Gleichzeitig zur Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes werden auch die Beträge der Riesterrente erhöht. Für 2018 beläuft sich die Grundzulage auf 175 €. Weitere Änderungen in den Regelungen der Riesterrente betreffen die Art, wie Abfindungen von Kleinbetragsrenten versteuert werden, sowie das Zulageverfahren.

Kritische Stimmen

Schon während der Verhandlungen zum Betriebsrentenstärkungsgesetz fielen die Stimmen der Beurteilung immer sehr unterschiedlich aus. Die einen halten das Fehlen von Garantien für das Hauptproblem der bAV-Novelle, andere sehen darin gerade die Innovation und Verbesserung. Inwiefern das Ziel erreicht wird, gerade kleinere Betriebe dazu zu bewegen, Betriebsrenten anzubieten, wird sich zeigen.

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