12.10.2017

Sozialversicherungspflicht für Aushilfen: ja oder nein?

Diese Kriterien gelten

Bei saisonalen oder projektbedingten Personalengpässen lassen sich Unternehmen gerne von Aushilfen unterstützen, um den erhöhten Workload zu stemmen. Das Modell der kurzfristigen Beschäftigung ist auch deshalb besonders beliebt, weil das Entgelt sozialversicherungs- und beitragsfrei ist. Somit besteht für beide Seiten – Unternehmen und Mitarbeiter – ein gewisser Anreiz, kurzfristige Beschäftigungen einzugehen. Doch wo liegen die Grenzen der kurzfristigen Beschäftigung, damit sie Sozialversicherungs- und Beitragsfreiheit noch gilt? Und was müssen Sie bei der Meldung beachten?

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Klare zeitliche Eingrenzung

Als kurzfristige Beschäftigung gelten Anstellungen, die über einen ganz konkreten maximalen Zeitraum laufen. Die Dauer muss also klar begrenzt sein, z.B.:

  • Dauer von drei Monaten, wenn an fünf oder mehr Tagen pro Woche gearbeitet wird
  • Maximalzahl von 70 Arbeitstagen, wenn an weniger als fünf Tagen pro Woche gearbeitet wird

Innerhalb dieser klar gesetzten zeitlichen Begrenzung gilt die Tätigkeit als kurzfristige Beschäftigung und ist damit sozialversicherungs- und beitragsfrei. Beachten Sie, dass die Lohnsteuer aber abgeführt werden muss.

Auf Berufsmäßigkeit achten!

Bei einem Entgelt von über 450 € im Monat darf keine „Berufsmäßigkeit“ vorliegen. Bei den folgenden Personengruppe geht der Gesetzgeber davon aus, dass sie berufsmäßig beschäftigt sind:

  • Erwerbslose, die sich ausbildungs- oder arbeitsuchend gemeldet haben, unabhängig davon, ob sie bei der Arbeitsagentur Leistungen beziehen,
  • Arbeitnehmer in Elternzeit, deren Hauptbeschäftigung aktuell ruht,
  • Arbeitnehmer, deren Hauptbeschäftigung ruht, weil sie unbezahlten Urlaub genommen haben,
  • Schulentlassene, die nach der befristeten Anstellung eine Berufsausbildung aufnehmen möchten,
  • Personen mit Studienabschluss, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Ihre Aushilfe vor Beginn der Beschäftigung nach ihrem Status befragen, können Sie prüfen, ob einer dieser Punkte zutrifft. Falls ja, liegt mit großer Sicherheit Berufsmäßigkeit vor, was eine kurzfristige Beschäftigung ausschließen würde.

Meldepflicht für Aushilfen unbedingt einhalten!

Neu eingestellte Aushilfen sollten Sie unbedingt anmelden. Das gilt ganz besonders in Branchen mit höherem Risiko für Schwarzarbeit. Dazu zählen z.B. Hotelwesen und Gastronomie, Schaustellergewerbe, Bauwesen, Speditionen, Transport- und Logistikunternehmen und Personentransport-Unternehmen (Taxibetrieben, u.a.). Hier sollten Sie der Verpflichtung zur Sofortmeldung schnellstmöglich nachkommen, um einen eventuellen Verdacht auf Schwarzarbeit zu vermeiden.

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