07.03.2017

Mindestlohn-Anhebung auf 8,84 € pro Stunde

Keine großen Entlassungen zu befürchten

Zum Jahreswechsel wurde der Mindestlohn erhöht: Seit 01.01.2017 müssen Betriebe ihren Mitarbeitern mindestens 8,84 € pro Stunde zahlen. Mit dieser Anhebung reagierte die Mindestlohnkommission auf den gestiegenen Tarifindex. Trotz der Erhöhung gehen Experten von keiner großen Entlassungswelle aus.

csm_114614322_Mindestlohn_739aad68c3

Seit seiner Einführung 2016 betrug der Mindestlohn 8,50 €. Zu Beginn dieses Jahres wurde er jetzt erstmalig angehoben. Die Erhöhung um 0,34 € wurde beschlossen, weil auch der durchschnittliche tarifliche Stundenlohn gestiegen ist (um 3,2 % von Dezember 2014 bis einschließlich Juni 2016). Die allgemeine Tarifentwicklung soll eine Orientierung bei der Mindestlohn-Anpassung bieten. Zu diesem Zweck kann die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern den Betrag alle zwei Jahre neu bestimmen.

Mindestlohn-Erhöhung bedeutet nicht gleich Entlassungen

Sobald das Wort Mindestlohn oder gar Mindestlohn-Erhöhung fällt, regt sich die Sorge um größere Entlassungswellen. Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, relativiert jedoch die Befürchtungen. Er sieht die Anhebung der Lohnuntergrenze als „moderate Erhöhung“ und fährt fort: „Massive Effekte auf dem Arbeitsmarkt sind nicht zu erwarten.“ Bereits im Juni letzten Jahres hatte das IAB zur Einführung des Mindestlohns Bilanz gezogen: Das IAB-Betriebspanel von 2015 hatte ergeben, dass Unternehmen auf den Mindestlohn eher selten mit Entlassungen, sondern häufiger mit Zurückhaltung bei Neu-Beschäftigungen und mit verringerter Arbeitszeit reagierten.

Ausnahmen vom Mindestlohn: Praktikantenvergütung sehr undurchsichtig

Für die „Generation Praktikum“ hat sich der Mindestlohn nur bedingt bezahlt gemacht. Denn je nach Art des Praktikums gibt es Ausnahmen vom Mindestlohn: Der Mindestlohn ist kein Muss bei Pflichtpraktika (schulrechtlich verpflichtend oder studienbegleitend), Orientierungspraktika und Praktika zur sogenannten Einstiegsqualifizierung (gemäß § 54a des SGB III bzw. §§ 68-70 BBiG). Abhängig vom Typ des Praktikums muss aber auch die maximale Dauer von drei Monaten berücksichtigt werden. Die Unterscheidung der diversen Arten von Praktikanten fällt sicherlich nicht jedem Arbeitgeber sofort leicht. Nichtsdestotrotz müssen die Vorgaben berücksichtigt und zum Teil auch Dokumentationen vorgelegt werden.

Kein Mindestlohn für Praktika von Flüchtlingen?

Ein weiterer Typ von Praktikum wird derzeit immer häufiger diskutiert: Es geht um Praktika, die Flüchtlinge absolvieren, damit ihre Qualifikation in Deutschland anerkannt wird. Häufig fehlt zur Anerkennung die nachweisbare Praxiserfahrung, die in Form des Praktikums erworben werden soll. In einem Papier der Bundesministerien für Arbeit, Finanzen und Bildung ist nun davon die Rede, dass diese Art von Praktika als Pflichtpraktikum anzusehen ist. Dann wären sie vom Mindestlohn befreit. Ganz konkrete gesetzliche Regelungen gibt es zu dem Thema bisher noch nicht.

Neueste Beiträge

07.03.2017

Zuwendungen für Arbeitnehmer

So sichern Sie sich steuerliche...

lesen
07.03.2017

So fördern Arbeitgeber die Gesundheit am Arbeitsplatz

Auch der Staat unterstützt mit...

lesen
07.03.2017

Häusliche Pflege und Beruf vereinbaren

Mehr Unterstützung und zeitliche...

lesen
07.03.2017

Neue Rahmenbedingungen für Aus- und Weiterbildung ab 2020

Einführung einer Mindestvergütung...

lesen

REFERENZEN UND ANWENDERBERICHTE

  • MarcCain Referenz
  • ruf Referenz
  • Lindner Referenz
  • Borbet Referenz
  • 1.FC Köln Referenz
  • DRK Referenz
SP_Data GmbH & Co. KG
Engerstraße 147
Herford
Nordrhein-Westfalen
Telefon: 05221 9140 0

Amtsgericht Bad Oeynhausen HRA 3714, persönlich haftende Gesellschafterin:

SP_Data Verwaltungs GmbH, Amtsgericht Bad Oeynhausen, HRB 5300.

Geschäftsführer: Diplom-Wirtschaftsingenieur Stefan Post.

Impressum