Fachkräftemangel: Krieg ich jetzt endlich mehr Geld?

Wie sich Unternehmen in Gehaltsfragen positionieren können

Hochqualifizierte Fachkräfte in Zukunftsbranchen haben auch 2018 gute Job- und Verdienstaussichten. Sind sie zudem ortsungebunden und haben Berufserfahrung, können sie bei einem Jobwechsel zwischen 10-20% höhere Gehälter als üblich verlangen. Doch wie gehen Unternehmen mit solchen Forderungen um? Und wie viele und welche Mitarbeiter können solche Forderungen stellen?

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Nur ein kleiner Kreis profitiert von deutlichen Zuwächsen

Laut der Gehaltsprognose 2018 von Compensation Partner kann der Fachkräftemangel durchaus für Wirbel im Vergütungssystem sorgen. Können oder wollen Firmen nicht mitziehen beim Gehaltspoker, bleiben heiß umworbene Positionen oft unbesetzt und die Unternehmen bleiben damit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Allerdings ist nur ein kleiner Kreis von Fachexperten betroffen, der ein deutliches Gehaltsplus erwarten und verlangen kann. Getrieben wird der Wert vor allem bei den heiß begehrten Fachkräften, wie z.B. Ingenieuren, Medizinern oder IT-Experten, die einen neuen Job suchen. Zunehmend jedoch auch von qualifizierten Mitarbeitern in den Bereichen Vertrieb, Rechnungswesen und Controlling, Einkauf oder Qualitätswesen. Experten setzen bei diesen Experten daher vor allem auf variable Gehaltsbestandteile als alternatives Vergütungsmodell. Wichtig ist hier, dass die Ziele realistisch und gut messbar sind. In Kauf nehmen müssen Unternehmen dabei allerdings, dass mit variablen Gehaltsbestandteilen auch der Verwaltungsaufwand wächst. 

Gehälter sind oft noch ein Tabuthema

Die Gehaltsfrage ist leider in vielen Firmen bislang immer noch ein Tabuthema, über das nicht gesprochen wird: von Entgelttransparenz keine Spur. Daran ändert auch das neue Entgelttransparenzgesetz nichts, denn einen gesetzlichen Auskunftsanspruch haben nur Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern. Und auch dort gibt es einige Hürden und Einschränkungen.

Kaum ein Bewerber kommt im Recruiting-Prozess um die „Gehalts-Gretchenfrage“ herum: Entweder muss er schon in den Bewerbungsunterlagen seine Gehaltsvorstellung angeben oder es wird spätestens im Vorstellungsgespräch Tacheles geredet. Dabei muss er in aller Regel in Vorleistung gehen und seine Gehaltsvorstellung äußern – meist ohne genaue Kenntnis von Job, Aufgaben und Gehaltsniveau im Unternehmen. Nicht selten werden Bewerber mit zu hohen Gehaltsforderungen im Bewerbungsprozess gleich aussortiert. Denn die wenigsten Unternehmen geben von sich aus Verdienstmöglichkeiten in der Stellenausschreibung an. Doch gerade damit könnten Unternehmen auch in Zeiten des Fachkräftemangels bei Recruitingprozessen punkten: mit transparenten Gehaltsstrukturen.

Transparenz schafft Vertrauen – und bringt mehr Bewerber

Zwar geben immerhin 40% der Personaler an, dass sie bereit sind, im Vorstellungsgespräch über das Gehalt zu verhandeln, aber nur 21% der Bewerber wissen um diesen Vergütungsspielraum. Nicht verwunderlich, dass Bewerber sich schon lange wünschen, verpflichtend Gehaltsangaben in Stellenanzeigen zu finden (immerhin 79%, wie die Jobware-Umfrage schon 2014/2015 herausfand). Aber gerade diese Transparenz schafft auch Vertrauen bei den Bewerbern – und deutlich mehr Bewerbungen auf offene Stellen. Laut Experten entfallen bis zu 40% mehr Bewerbungen auf Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben, selbst Unternehmen, die nur den Mindestlohn bezahlen, bekommen mit dieser Maßnahme mehr Bewerbungen.

Vielleicht werden bald mehr Firmen ihre Stellenanzeigen aus einem ganz trivialen Grund mit einer Gehaltsangabe versehen: die geplanten Jobsuchmaschine von Google. Google möchte künftig diejenigen Jobangebote bevorzugt anzeigen, die über Gehaltsangaben verfügen. So könnten bald Unternehmen mit transparenten Gehaltsstrukturen nicht nur bei Bewerbern punkten, sondern auch bei der Online-Suche die Nase vorn haben.

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