07.03.2017

Erlaubte und verbotene Fragen im Vorstellungsgespräch

Rechtssicher durchs Job-Interview

Haben Sie sich schon Ihren Fragenkatalog für Gespräche mit Bewerbern zusammengeschrieben? Und jetzt möchten Sie noch kurz den Check machen, ob Ihre Liste auch wirklich den strengen Vorgaben des Gesetzgebers entspricht? Wir verschaffen Ihnen den Überblick, bei welchen Fragen Sie in Ihrem Manuskript den Rotstift ansetzen müssen. Denn falls Sie das nicht tun und eine unzulässige Frage stellen, darf der Bewerber auch von Rechts wegen mit einer Lüge antworten.

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Bevor Sie einen neuen Mitarbeiter beschäftigen, gibt es viele Dinge, die Sie gerne über ihn wissen möchten. Natürlich möchten Sie kurz nach der Einstellung keine unvorhergesehenen Überraschungen erleben. Trotzdem schiebt der Gesetzgeber so manchen Fragen einen Riegel vor. Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG, in Kraft seit 18.8.2006) ist klar geregelt, welche Fragen beim Interview mit dem Kandidaten unzulässig sind. Von Ihrer Liste müssen Sie definitiv die Fragen streichen, die die Persönlichkeitsrechte Ihres Bewerbers verletzten. Wir fassen für Sie zusammen, um welche Fragen es sich handelt.

Übersicht zu zulässigen und unzulässigen Fragen

 

  • Schwangerschaft und geplante Eheschließung: Die wahrscheinlich bekannteste unter den unzulässigen Fragen im Jobinterview ist die Frage an eine Frau, ob sie schwanger sei. Wird diese Frage trotz Verbot gestellt, darf die Frau mit „nein“ antworten, selbst wenn die Schwangerschaft zutrifft. Unzulässig ist auch die Frage, ob sie eine Schwangerschaft oder Eheschließung plant.
  • Sexuelle Orientierung: Welche erotischen Vorlieben ein Kandidat hat, ist kein Thema für ein Vorstellungsgespräch. Diese Frage darf nicht gestellt werden.
  • Erkrankungen und Schwerbehinderungen: Nach Erkrankungen und Schwerbehinderungen darf nur gefragt werden, wenn sie die Ausübung der Tätigkeit einschränken würden. Trifft diese Ausnahme nicht zu, ist die Frage unzulässig.
  • Vorstrafen: Eine ähnliche „Nein-aber-Regelung“ kommt auch bei der Frage nach Vorstrafen oder laufenden Ermittlungsverfahren zur Anwendung. Die Frage ist zulässig, falls die Vorstrafen oder Ermittlungen für den spezifischen Arbeitsplatz relevant sind. Beispielsweise darf eine Spedition bei der Einstellung eines Kraftfahrers nach etwaigen Verkehrsdelikten fragen (jedoch nicht generell nach Delikten).
  • Vermögensverhältnisse und bisheriges Gehalt: Über sein privates Vermögen muss der Bewerber keine Auskunft geben. Es sei denn, dass die zu besetzende Stelle ein besonderes Vertrauensverhältnis für den Umgang mit Geld voraussetzt. Auch die Höhe des Gehalts aus dem vorherigen Job sollte im Vorstellungsgespräch kein Thema sein. Nur falls der bisherige Lohn für den neuen Job vollkommen irrelevant ist, darf die Frage gestellt werden. Und sollte der Bewerber von sich aus sein altes Entgelt als Gehaltswunsch angeben, muss er natürlich den Betrag nennen.
  • Religion, Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit: Die Frage, welcher Religion der Kandidat angehört oder ob er Mitglied einer Partei oder Gewerkschaft ist, darf im Bewerbungsgespräch nicht gestellt werden. Hier bilden lediglich sogenannte Tendenzbetriebe eine Ausnahme: Beispielsweise dürfen kirchliche Einrichtungen oder Zeitungsverlage einer Partei diese Frage stellen.
  • Berufliche Fähigkeiten und Wettbewerbsverbote: Nach den beruflichen Fähigkeiten dürfen Sie selbstverständlich in einem Jobinterview fragen. Ebenso ist auch die Frage zulässig, ob mit dem vorherigen Arbeitgeber ein Wettbewerbsverbot besteht, das die Tätigkeit für den neuen Arbeitgeber beeinträchtigt. Genau genommen muss der Bewerber sogar von sich aus diese Information preisgeben.

Mit dieser Checkliste von zulässigen und unzulässigen Fragen sind Sie für kommende Interviews gut gewappnet. Auch wenn Sie die eine oder andere persönliche Information zu Ihrem Bewerber interessieren würde, empfehlen wir Ihnen, bei den zulässigen Fragen zu bleiben. Denn letztlich ist der Bewerber bei unzulässigen Fragen nicht dazu verpflichtet, wahrheitsgemäß zu antworten. Unterm Strich werden Ihnen die verbotenen Fragen somit wenig nützen. Daher sind Sie mit den zulässigen Fragen auf der sichereren (und besseren) Seite.

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