07.12.2017

Entgelttransparenzgesetz: eine Herausforderung für Unternehmen?

Ab Januar gilt Auskunftspflicht

Nach wie vor müssen sich deutsche Unternehmen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Frauen schlechter bezahlen als Männer. Denn ein Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern – der sogenannte „Gender Pay Gap“ – ist nachweisbar. Die Höhe des unbereinigten Gender Pay Gap wird auf ca. 21 % geschätzt. Rechnet man die strukturellen Unterschiede durch Qualifikation, Jobprofil, etc. heraus und vergleicht nur die Gehälter in vergleichbaren Positionen, kommt man immer noch auf eine Differenz von ca. 6 % (= bereinigter Gender Pay Gap). Der Gesetzgeber versucht nun, gegen die ungleiche Vergütung anzusteuern, indem er das sogenannte Entgelttransparenzgesetz beschlossen hat. Ab 6. Januar 2018 sind Unternehmen einer bestimmten Größe verpflichtet, Mitarbeitern auf Anfrage Auskunft zu Gehaltsstrukturen zu geben. Was genau kommt damit auf Unternehmen zu? Und wie gut sind sie vorbereitet?

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Auskunftspflicht ab 6. Januar 2018

Seit Juli gilt in Deutschland das Entgelttransparenzgesetz, mit dem das Ziel verfolgt wird, mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern zu schaffen. Für Unternehmen ab 200 Mitarbeitern bedeutet das Gesetz, dass sie ab 6. Januar 2018 einem Auskunftsanspruch zu den Gehaltsstrukturen nachkommen müssen. Mitarbeiter können die Anfrage stellen, wie hoch das Gehalt der Kollegen des anderen Geschlechts ist, die eine gleichwertige Arbeit leisten. Dabei wird selbstverständlich nicht das individuelle Gehalt einzelner Personen benannt, sondern ein Durchschnittswert ermittelt. Für die Beantwortung der Anfrage hat der Arbeitgeber drei Monate Zeit. In tarifgebundenen Unternehmen übernimmt die Aufgabe der Betriebsrat. Für die Unternehmen bedeutet die Auskunftspflicht, dass sie die Aufwände einkalkulieren müssen, die zur Erhebung der Daten notwendig sind.

Wie gut sind Unternehmen vorbereitet?

Wie gehen Unternehmen mit der neuen Herausforderung um? Die Unternehmensberatung Ernst & Young hat in einer Umfrage mit 206 Unternehmen (die über 200 Mitarbeiter beschäftigen) festgestellt, dass 65 % der Unternehmen noch keine internen Untersuchungen zur Entgeltgleichheit durchgeführt haben. Zwar geben ebenfalls 65 % an, dass in ihrem Unternehmen Frauen und Männer gleich gut bezahlt werden. Jedoch kann man sich hier fragen, woher sie diese Gewissheit nehmen, wenn viele (noch) keine Untersuchung vorgenommen haben und auch nur 48 % der Befragten schon Maßnahmen zur Gleichstellung von Männern und Frauen getroffen haben. Daher stellt sich die Frage, ob hier die Bedeutung und der Aufwand des Entgelttransparenzgesetzes womöglich unterschätzt werden.

Andererseits ist in den Unternehmen möglicherweise ausreichend Manpower vorhanden, um die Auswertung zu stemmen. Immerhin glauben 72 % der befragten Firmen, dass sie genügend Ressourcen haben, um den Auskunftsanspruch zu erfüllen. Die Höhe des Aufwands schätzt die Mehrheit der Unternehmen (65 %) auf weniger als 25.000 € pro Jahr ein. Genauer gesagt geben 35 % der Unternehmen an, den Aufwand auf weniger als 10.000 € zu schätzen, und 30 % auf 10.000–25.000 €. Und 42 % der Unternehmen haben im Unternehmen bereits Mitarbeiter in einer Funktion, die die Aufgabe übernehmen könnte. Vor diesem Hintergrund scheinen die Unternehmen für die gesetzliche Umstellung gerüstet zu sein. Ab 6. Januar wird sich zeigen, wie gut die Auskunftsverfahren funktionieren.

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