08.08.2017

Duale Studenten: Was müssen Sie bei der Sozialversicherung beachten?

SV-Beiträge richtig abrechnen

Immer mehr Unternehmen kooperieren mit Hochschulen, um jungen Menschen einen dualen Studienplatz anzubieten. Kein Wunder, denn für alle Seiten bietet das Modell Vorteile: Die Studenten können einen Hochschulabschluss erwerben und gleichzeitig schon Berufserfahrung sammeln. Und der Arbeitgeber beschäftigt eine Arbeitskraft, die sich innerhalb kürzester Zeit sehr schnell weiterqualifiziert. Doch nicht nur die Kooperation mit der Hochschule kann im Unternehmen administrative Aufwände verursachen. Auch die Entgeltabrechner sollten gut über den Status der dualen Studenten informiert sein, um z.B. die Sozialversicherungsbeiträge richtig abzuführen. Wir haben Ihnen dazu die wichtigsten Infos zusammengestellt.

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Was gilt als duales Studium?

Als „duales Studium“ bezeichnet man Studiengänge, die sowohl ausbildungsintegriert, berufsintegriert und praxisintegriert sind. Normalerweise schließen der Arbeitgeber (=Kooperationsbetrieb) und der Studierende einen Vertrag. Dabei kann es sich um einen Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag handeln. Das duale Studium wird sozialversicherungsrechtlich als ein großes Ganzes betrachtet – unabhängig davon, dass je nach Ausbildungsphase mal der Praxis-Anteil und mal der Studien-Anteil überwiegt.

Welchen Status haben duale Studenten in der Sozialversicherung?

Seit dem 01.01.2012 ist klar geregelt, dass duale Studierende als Auszubildende gelten, die sowohl kranken-, pflege-, renten- als auch arbeitslosenversicherungspflichtig sind. Ebenso wie andere Auszubildende dürfen auch duale Studenten nicht als geringfügig Beschäftigte kategorisiert werden, wenn ihr Arbeitsentgelt 450 € im Monat überschreitet.

Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge wird der tatsächlich ausgezahlte Betrag zu Grunde gelegt (auch bei Studienbeihilfen, Stipendien, etc.). In den Fällen, in denen das Monatsentgelt bei bis zu 325 € liegt, muss der Arbeitgeber für den kompletten Sozialversicherungsbeitrag aufkommen, da die Regelung für Geringverdiener greift. Die Gleitzonenregelung ist für duale Studenten nicht anwendbar.

Wie sieht die Regelung bei Studierenden ohne Gehalt aus?

Wenn ein dualer Student gar kein Entgelt erhält, gilt die Sozialversicherungspflicht nur für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Für die Berechnung der Beiträge wird eine fiktive Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 1 % der Bezugsgröße herangezogen. Im Jahr 2017 beträgt die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage monatlich 29,75 € in den alten und 26,60 € in den neuen Bundesländern.

Welchen Personengruppenschlüssel haben Studenten im Meldeverfahren?

Für das Meldeverfahren gibt es mehrere Personengruppenschlüssel, in die ein dualer Student fallen kann:

  • In der Regel sind die Studierenden dem Personengruppenschlüssel 102 zuzuordnen. Damit gehören sie zur Kategorie der "Auszubildenden ohne besondere Merkmale".
  • Der Personengruppenschlüssel 121 gilt jedoch für diejenigen dualen Studenten, die bis zu 325 € im Monat verdienen und damit unter der Geringverdienergrenze liegen. Sollte in einem Monat die Geringverdienergrenze überschritten werden, weil eine Sonderzahlung geleistet wurde (etwa Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld), wird die Personenschlüsselgruppe trotzdem beibehalten.
  • Erhält der Studierende gar kein Entgelt, gilt für ihn wieder der reguläre Personengruppenschlüssel 102 (für die Renten- und Arbeitslosenversicherung).

Wann muss der Arbeitgeber die Unfallversicherung zahlen?

Bei den Beiträgen zur Unfallversicherung hat sich der Gesetzgeber eine sehr präzise Regelung für duale Studenten überlegt: Hier wird nämlich differenziert, ob sich der Student während einer Ausbildungsphase an der Hochschule oder im Betrieb aufhält. In den Zeiträumen des Hochschulstudiums ist der Studierende über die Unfallkasse des Bundeslandes versichert. Doch für die betrieblichen Ausbildungsphasen ist wiederum der Arbeitgeber zuständig. Für die entsprechenden Monate sind die Unfallversicherungsbeiträge regulär zu zahlen.

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