Die Ernte ist gerettet!

Sonderregelungen für Minijobber und Saisonarbeiter in diesem Jahr

Während die einen Betriebe aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeit anmelden müssen, können sich andere Unternehmen vor Arbeit kaum retten. Um allen gerecht zu werden, gibt es zur Krisenbewältigung Sonderregelungen für Aushilfskräfte und kurzfristig beschäftigte Mitarbeiter. Wir informieren Sie über die wichtigsten Regelungen.

AdobeStock_292954941 Erdbeer Ernte_klein

 

Befristete Ausweitung der „70-Tage-Regelung“

Im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung ist die Beschäftigung von Saisonarbeitern versicherungs- und beitragsfrei. Dies gilt, wenn der Saisonarbeiter während einer 5-Tage- Arbeitswoche maximal 3 Monate am Stück eingesetzt wird oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr angestellt ist. Dies wurde nun zumindest befristet ausgeweitet. Saisonarbeiter dürfen jetzt in einer kurzfristigen Beschäftigung bis zu 115 Tage bzw. 5 Monate sozialversicherungsfrei beschäftigt werden.

Diese Ausnahmeregelung wurde aufgrund der Corona-Pandemie befristet beschlossen und gilt für die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2020.

Hinweis: Voraussetzung ist allerdings, dass Saisonarbeiter die Aushilfstätigkeit nicht berufsmäßig ausüben. Arbeitgeber sollten daher unbedingt Vorbeschäftigungen erfragen und mittels eines Einstellungsfragebogens dokumentieren. Dieser Fragebogen sollte auf jeden Fall bei den Lohnabrechnungsunterlagen aufbewahrt werden. 

Personalabrechnung  Prozesse digital erfassen und  einfach automatisieren  Mehr erfahren
                          

Minijob & Mehrarbeit während der Corona-Krise

Ein Minijobber darf in seinem 450-Euro-Job vorübergehend mehr arbeiten, wenn mehr Arbeit anfällt. Dies kann zum Überschreiten der monatlichen Verdienstgrenze von 450 Euro führen und damit auch der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro. Trotzdem liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Ein Minijob bleibt bestehen, wenn der höhere Verdienst „gelegentlich und nicht vorhersehbar“ gezahlt wird. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle. Eine betragsmäßige Obergrenze für das Überschreiten gibt es also nicht.

Als „gelegentlich“ war bislang grundsätzlich ein Zeitraum von bis zu 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. Dieser Zeitraum wird nun vorübergehend erhöht. Im Zeitraum zwischen dem 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 ist nun sogar ein fünfmaliges Überschreiten der Verdienstgrenze möglich.

Wichtig: Das Überschreiten der Entgeltgrenze muss gelegentlich und unvorhersehbar sein und darf nicht im Voraus vereinbart sein. Eine „unvorhergesehene Überschreitung“ kann sich dann ergeben, weil z. B. in der Landwirtschaft mehr Arbeit anfällt, andere Arbeitnehmer erkrankt sind oder unter Quarantäne stehen.

Minijob & Kurzarbeit im Hauptjob

Wenn ein Arbeitnehmer in seiner Hauptbeschäftigung in Kurzarbeit ist, darf er bei einem anderen Arbeitgeber einen Minijob annehmen. Allerdings wird sein Verdienst aus dem Minijob auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, wenn er den Minijob neu aufgenommen hat. Dabei wird die Berechnungsgrundlage für das Kurzarbeitergeld des Arbeitnehmers um den Verdienst aus dem Minijob gekürzt. Der Arbeitnehmer muss diesen Verdienst mit einer Bescheinigung nachweisen.

Ausnahmen gelten für Minijobs in einem systemrelevanten Bereich. Wer z. B.

während seiner Kurzarbeit einen Minijob im Gesundheitswesen, in einer Apotheke oder in der Landwirtschaft aufnimmt, muss seinen Minijob-Verdienst nicht auf das Kurzarbeitergeld anrechnen lassen. Voraussetzung ist jedoch, dass der aus der Hauptbeschäftigung noch gezahlte Verdienst zusammen mit dem Kurzarbeitergeld und dem Verdienst aus dem Minijob das normale Bruttoeinkommen nicht übersteigt.

Bei Arbeitnehmern, die bereits vor der Kurzarbeit einen Minijob neben ihrer Hauptbeschäftigung ausgeübt haben und diesen lediglich fortsetzen, ist die Situation eine andere. Diese Arbeitnehmer können ihren Minijob fortführen, ohne dass es Abzüge beim Kurzarbeitergeld gibt. Die Berechnungsgrundlage für das Kurzarbeitergeld wird nicht um den Verdienst aus dem Minijob gekürzt. Eine Mindestbeschäftigungszeit im Minijob vor Beginn der Kurzarbeit ist hierbei nicht erforderlich.

Hier erfahren Sie mehr.

Neueste Beiträge

17.06.2020

Abfindung bei Kündigung

Wann Arbeitnehmer ein Recht auf...

lesen
17.06.2020

Steuerfreie Sonderprämie für Mitarbeiter während der Corona-Krise

1.500 Euro Sonderzahlung möglich...

lesen
17.06.2020

Elterngeld in der Corona-Krise

Diese Änderungen gelten Eltern...

lesen
17.06.2020

Die Ernte ist gerettet!

Sonderregelungen für Minijobber...

lesen

REFERENZEN UND ANWENDERBERICHTE

  • MarcCain Referenz
  • ruf Referenz
  • Lindner Referenz
  • Borbet Referenz
  • 1.FC Köln Referenz
  • DRK Referenz
SP_Data GmbH & Co. KG
Engerstraße 147
Herford
Nordrhein-Westfalen
Telefon: 05221 9140 0

Amtsgericht Bad Oeynhausen HRA 3714, persönlich haftende Gesellschafterin:

SP_Data Verwaltungs GmbH, Amtsgericht Bad Oeynhausen, HRB 5300.

Geschäftsführer: Diplom-Wirtschaftsingenieur Stefan Post.

Impressum