25.01.2017

Bei vorgezogener Vollrente ab jetzt kompletten RV-Beitrag abführen

Neues Flexi-Rentengesetz

Den Weg in den Ruhestand flexibel gestalten: Das ist das Ziel des neuen Flexi-Rentengesetzes. Es betrifft Arbeitnehmer, die schon vor der Regelaltersgrenze eine Vollrente beziehen, aber gleichzeitig noch einer Beschäftigung nachgehen. Sie haben ab jetzt die Möglichkeit, den vollen Rentenversicherungsbeitrag zu zahlen, um somit ihre Rente aufzustocken.

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Bisher war bei Arbeitnehmern, die eine vorgezogene Altersvollrente beziehen, nur der Arbeitgeberanteil abzuführen. Bei der Meldung musste die Personengruppe 119 angegeben werden. Für den Beschäftigten selbst hieß das allerdings, dass seine fortgesetzte Berufstätigkeit keine Steigerung seiner Rente mehr bewirkt. Denn nur der Arbeitnehmeranteil (der eben nicht entrichtet wurde) lässt die Rente ansteigen. Ab 2017 soll sich das gleichzeitige Arbeiten während der Vollrente mehr lohnen.

 

Rentensteigerung auch trotz Vollrente möglich

Ab 01.01.2017 müssen auch Arbeitnehmer, die bereits vorzeitig ihre volle Rente beziehen, den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen. Das heißt, sie sind rentenversicherungspflichtig. Dadurch wirkt sich die ausgeübte Tätigkeit rentensteigernd aus. Ab jetzt muss der Arbeitgeber vom Bruttogehalte direkt den Arbeitgeberanteil und den Arbeitnehmeranteil abführen.

Der Mitarbeiter ist der Personengruppe 120 zuzuordnen. Da es die Personengruppe erst ab 01.07.2017 geben wird, gilt vorher die Personengruppe 101. Allerdings müssen die Einträge wieder storniert werden, sobald die Personengruppe 120 zur Verfügung steht.

Umgang mit bestehenden Fällen

Die neue Rentenversicherungspflicht gilt für alle Arbeitnehmer, die ab 01.01.2017 ihre vorgezogene Vollrente beziehen und gleichzeitig einer Beschäftigung nachgehen. Diejenigen, bei denen das schon vor 2017 der Fall war, werden nicht automatisch rentenversicherungspflichtig. Denn sie haben Bestandsschutzrecht. Das heißt, dass für sie die alte Regelung gilt: Nur der Arbeitgeberanteil für die Rentenversicherung wird abgeführt; die Arbeit wirkt sich nicht rentensteigernd aus; es bleibt bei Personengruppe 119.

Möchte der Beschäftigte gerne den Arbeitnehmeranteil entrichten, hat er die Möglichkeit, auf sein Bestandsschutzrecht zu verzichten. Dann wird sein Fall nach den neuen Regelungen behandelt. Allerdings kann er seine Verzichterklärung nicht widerrufen.

Was passiert ab der Regelaltersgrenze?

Bisher ist immer von der vorgezogenen Vollrente die Rede gewesen. Aber welche Regelungen gelten für Vollrentner, die die Regelaltersgrenze schon erreicht haben und auch noch weiterhin arbeiten? Für sie gilt auch nach wie vor keine Rentenversicherungspflicht. Sie sind weiterhin rentenversicherungsfrei.

Aber sie haben die Wahl: Sie können auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten und den Rentenversicherungsbeitrag zur Aufbesserung ihrer Rente freiwillig zahlen. Dann muss der Arbeitgeber ebenfalls den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil abführen und den Mitarbeiter in Personengruppe 120 einordnen.

 

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